Stundenverrechnungssatz für Maler 2026 berechnen
Beim Malerbetrieb bezahlt der Kunde nicht nur die Zeit mit Rolle oder Pinsel. Auch Rüsten, Werkzeugpflege, Farbtonvorbereitung, Fahrten und Baustellenorganisation müssen erwirtschaftet werden. Das Beispiel zeigt, wie daraus ein eigener Verrechnungssatz entsteht.
Redaktion MalerRechner · Aktualisiert am 14. Oktober 2026 · Lesezeit ca. 10 Minuten
Kurz erklärt
Den Stundenverrechnungssatz berechnen Sie, indem Sie die jährlichen Lohn- und Gemeinkosten durch die produktiven Stunden teilen und einen Zuschlag für Wagnis und Gewinn addieren. So deckt jede verrechnete Arbeitsstunde die tatsächlichen Kosten und sichert die Wirtschaftlichkeit des Betriebs.
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Ein fremder Marktpreis sagt wenig darüber aus, ob der eigene Betrieb wirtschaftlich arbeitet. Zwei Malerunternehmen können denselben Auftrag ausführen und dennoch unterschiedliche Kosten für Fahrzeuge, Geräte, Lager, Verwaltung und Personal haben. Deshalb beginnt die Kalkulation mit den eigenen Jahreswerten und der realistisch verkaufbaren Zeit.
Welche Kosten eine Malerstunde tragen muss
Der Stundenverrechnungssatz besteht aus drei Blöcken, die aufeinander aufbauen:
Bruttolohn plus Lohnnebenkosten wie Sozialabgaben und Zuschläge.
Fahrzeuge, Werkzeug, Miete, Versicherungen, Verwaltung und Büro.
Zuschlag für unternehmerisches Risiko und angemessenen Gewinn.
Der wichtigste Faktor: produktive Stunden
Ein Mitarbeiter ist nicht alle bezahlten Stunden produktiv am Kunden. Von den rund 2.080 bezahlten Jahresstunden bei Vollzeit gehen Urlaub, Feiertage, Krankheit sowie unproduktive Zeiten wie Fahrten, Rüst- und Verwaltungszeiten ab. Übrig bleiben die produktiven, also verrechenbaren Stunden. Nur durch diese darf gerechnet werden.
| Position | Stunden pro Jahr |
|---|---|
| Bezahlte Jahresstunden | 2.080 |
| abzüglich Urlaub und Feiertage | − 280 |
| abzüglich Krankheit | − 80 |
| abzüglich unproduktive Zeiten | − 320 |
| Produktive Stunden | 1.400 |
Beispielwerte zur Veranschaulichung. Die genauen Werte hängen vom Betrieb ab.
Formel und Rechenbeispiel
Stundenverrechnungssatz = (Lohnkosten + Gemeinkosten) ÷ produktive Stunden + Zuschlag für Wagnis und Gewinn
Lohn- und Gemeinkosten pro Mitarbeiter und Jahr: 63.000 €
Produktive Stunden: 1.400
Selbstkostensatz: 63.000 € ÷ 1.400 = 45,00 € pro Stunde
Zuschlag Wagnis und Gewinn (z. B. 15 %): + 6,75 €
Stundenverrechnungssatz: rund 51,75 € pro Stunde
Was kostet ein Maler pro Stunde 2026?
Kunden zahlen nicht den Stundenlohn des Mitarbeiters, sondern den Stundenverrechnungssatz des Betriebs. Darin stecken Lohn, Lohnnebenkosten, Fahrzeug, Werkzeug, Büro, Versicherungen sowie Wagnis und Gewinn. Deshalb liegt der Satz oft beim Zwei- bis Dreifachen des Bruttostundenlohns. Als grobe Orientierung für 2026:
| Leistung | Stundensatz netto | Brutto inkl. 19 % USt. |
|---|---|---|
| Malergeselle | ca. 48 – 62 € | ca. 57 – 74 € |
| Malermeister | ca. 58 – 75 € | ca. 69 – 89 € |
| Lackier- und Spezialarbeiten | ca. 55 – 80 € | ca. 65 – 95 € |
| Helfer, einfache Vorarbeiten | ca. 38 – 50 € | ca. 45 – 60 € |
Orientierungswerte ohne Material und Anfahrt, keine repräsentative Erhebung. In Großstädten liegen die Sätze häufig am oberen Rand, in ländlichen Regionen am unteren. Verbindlich ist nur die eigene Kalkulation.
Stundensatz mit oder ohne Material?
Der Stundenverrechnungssatz enthält in der Regel kein Material. Farbe, Grundierung, Spachtelmasse und Abdeckmaterial werden separat berechnet, ebenso häufig Anfahrt oder Baustelleneinrichtung. Für Privatkunden werden Angebote brutto angegeben, gewerbliche Kunden rechnen netto. Viele Betriebe bieten Standardarbeiten ohnehin nicht nach Stunden, sondern als Preis pro Quadratmeter an.
Warum ein Meister mehr kostet als ein Geselle
Der höhere Satz für Meisterstunden ergibt sich aus höheren Lohnkosten und aus Tätigkeiten, die nur der Meister übernimmt: Beratung, Untergrundbeurteilung, Planung und Bauleitung. Wer überwiegend mit Gesellen ausführt, kann mit einem gemischten Mittellohn kalkulieren. Wer nach Stunden abrechnet, sollte die Qualifikation im Angebot ausweisen.
Vom Stundensatz zum Angebotspreis
Der Stundensatz ist die Basis für Quadratmeterpreise und Pauschalen. Wer weiß, wie viele Quadratmeter pro Stunde geschafft werden, leitet daraus den Arbeitspreis pro Einheit ab und ergänzt Material und Nebenkosten. So entsteht ein nachvollziehbarer Preis für das Angebot.
Eigene Preise einmal hinterlegen
In MalerRechner speichern Sie Ihren Stundensatz und Ihre Preise pro Quadratmeter, Stunde oder Stück. Bei jeder neuen Kalkulation werden sie automatisch übernommen, sodass jedes Angebot auf Ihrer realen Kostenbasis steht.
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